|
||
|
||
|
1 8 - 0 8 - 2 0 0 5 Polizei fasst einen der beiden Raser
Wiesbadener Tagblatt WIESBADEN - Gegen die beiden Raser, durch deren Rücksichtslosigkeit drei Unbeteiligte am Freitag vergangener Woche am Ersten Ring schwer verletzt wurden, sind jetzt Haftbefehle ergangen. Die beiden Bad Schwalbacher galten als untergetaucht. Kutlu E., der BMW-Fahrer, wurde am Dienstag gegen 13.30 Uhr von Beamten der Wiesbadener Polizei festgenommen, als er im Darmstädter Stadtteil Kranichstein die Wohnung einer Bekannten verließ. Er sitzt in U-Haft. Sein Kumpel wird ebenfalls in Darmstadt vermutet. Gestern Mittag machte die Runde, dass er sich freiwillig stellen wolle. Dass die Gesuchten in Darmstadt vermutet wurden, ist nahe liegend: Die jungen Türken, von der Statur her wahre Schränke, arbeiten dort als Türsteher. In Darmstadt wohnen auch die Frauen, in deren Begleitung sie des öfteren angetroffen wurden. Die Nachbarjungen aus Bad Schwalbach sind gerichtsbekannt: Am 2. Mai standen sie in Wiesbaden vor dem Jugendschöffengericht, angeklagt war eine gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung. Zusammen mit einem Begleiter hatten sie im Wiesbadener Hauptbahnhof zwei Männer übel zugerichtet. "Rein zufällig", wie er sagte, hatte der jetzt noch gesuchte Gökhan A. einen Schlagstock dabei, mit dem auf die Opfer eingedroschen wurde. Der 20-jährige A. kassierte unter Einbeziehung einer früheren Körperverletzung ein Jahr Jugendstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der ein Jahr ältere E. wurde zu einem Dauerarrest von vier Wochen verurteilt. Diesen hätte er am 8. August antreten sollen. Was er aber nicht tat. Statt dessen raste er vier Tage später nach Angaben von Zeugen mit etwa Tempo 100 durchs nächtliche Wiesbaden, liefert sich ein Rennen mit seinem Kumpel A.: BMW gegen Porsche. Zeugen sehen, dass die Raser zwei rote Ampeln ignorieren. An der Kreuzung Kaiser-Friedrich-Ring / Moritzstraße fährt ein gebürtiger Hongkong-Chinese bei Grün in die Kreuzung, der BMW schießt den Renault des 51-Jährigen regelrecht ab. Der Porsche kann den Zusammenstoß vermeiden. Aus dem Wrack des Renault werden zwei Schwerverletzte geborgen, eine weitere Mitfahrerin war auf die Straße geschleudert worden. Der Fahrer erleidet schwere Kopfverletzungen, der Mann wird, wenn er überlebt, wohl ein Schwerstpflegefall. Die beiden Frauen, darunter die Ehefrau des Fahrers, schweben noch in Lebensgefahr. Der Raser im BMW blieb unverletzt. Nach dem Unfall sollen die Raser eine Zeugin eingeschüchtert haben: Sie wäre gut beraten, wenn sie "das Maul" hielte. Die Raser sollen sich auch das Auto-Kennzeichen notiert haben. Drei Wochen vor dem Unfall hatte Kutlu E. in Mainz vor Gericht gestanden: Der Schuldspruch lautete auf gemeinschaftliche Nötigung. Die Verhängung einer Jugendstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Eine weitere Anklage steht an in Wiesbaden, es geht um einen weiteren Fall vorsätzlicher Körperverletzung. Der dringende Tatverdacht gegen die Raser lautet auf fahrlässige Körperverletzung in drei Fällen, dazu Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr, das alles eventuell unter Drogeneinfluss. Drogen habe er nicht genommen, nur Anabolika, soll Bodybuilder E. nach seiner Festnahme erklärt haben. Bei beiden Verdächtigen sieht der Haftrichter Flucht- und Verdunklungsgefahr. |
|
|